Das Phänomen der Socken-Subtraktion

Dieses Thema verdient doch Aufmerksamkeit, betrifft sie zwar nicht DIE Welt, aber doch meine ganz persönliche.

Ich muss zugeben, dass Socken für mich das absolut uninteressanteste Kleidungsstück überhaupt und eher ein notwendiges Übel sind. Seit Jahren leide ich unter chronischem Sockenmangel. Zunächst einmal macht es keinen Spaß Socken zu kaufen, zweitens bringen sie keine Abwechslung in meinem Kleiderschrank – ich kaufe sowieso nur schwarze Socken, die knapp über dem Knöchel enden. Zum anderen sind Socken scheißenteuer für das, was sie sind, wenn man nicht gerade einen günstigen Dreierpack bei C&A für 8 EUR vom Wühltisch ersteht. Ich sehe einfach nicht ein, 12 EUR für ein paar Socken auszugeben, selbst dann nicht, wenn es die langlebigen und supersoften Socken mit Anti-Schweißformel von Falke sind. Was das Thema Socken betrifft, befinde ich mich jenseits jeglicher Markenaffinität.

Hat man sich jedoch irgendwann im Leben einen ausreichenden Socken-Bestand zugelegt, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Stichwort: Waschmaschine. Wie auch bei vielen anderen Menschen leidet auch meine Waschmaschine offensichtlich an Unternährung. Socken scheinen dabei ihr Lieblingsgericht zu sein, denn ein T-Shirt hat sie bisher noch nie verspeist. (Versteh´ ich gar nicht, da meine T-Shirts sehr schön sind, wie ich finde, und das Auge isst bekanntlich mit.) Was also gegen den Heißhunger meiner weißen Raupe Nimmersatt der Marke Privileg tun? Socken künftig per Hand waschen? Och nö. Da hab´ ich wirklich besseres zu tun. Einen geschmacksverderbenden Weichspüler der Wäsche beifügen in der Hoffnung, dass meine Waschmaschine kein Vanille oder Fichtennadelöl mag? Geht auch nicht, dann riecht der Rest meiner Wäsche ebenfalls danach und ich wahlweise nach einer Dr. Oetker – Backmischung oder einem Auto-Duftbaum.

Schade, dass ich kein Mann bin. Dann könnte ich mir ein paar neue und dringend gebrauchte Socken zu Weihnachten wünschen, ohne dabei schief angesehen zu werden. Stattdessen muss ich mir meine Socken immer noch selbst kaufen und penibel darauf achten, rechtzeitig die Maschine anzustellen (und dabei die Trocknungszeit der Wäsche von mindestens 2 Tagen im Altbau zur Winterzeit einkalkulieren), ansonsten muss ich barfuss laufen. Wie gut, dass meine Socken alle gleich aussehen und miteinander kombinierbar sind, da fällt der Schwund zumindest optisch eine gewisse Zeit lang nicht auf.

Gemäß der von mir aufgestellten Rechnung muss ich spätestens Mitte Februar wieder bei C&A vorbeischauen.

Welt, Nr.13a

aufgehübscht und neu verfugt

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