Die Träume / Hammerschmidd 15 - Ein Tag in der Speisekammer
Dann kam der Flow, sie ließ es einfach laufen. Tränen traten ihr in die Augen. Wut und Enttäuschung vermischten sich. Schweiß lief ihr aus allen Poren in Strömen herunter, etwas Urin tropfte auf den Boden und, als ob das knallrote Herz bluten würde, aus der Wunde an ihrem Bauchnabel suppte Blut über ganz Hamburg, einem Hafen entgegen, in den schon lange kein Schiff mehr eingelaufen war.
Der Druck auf ihre Blase ließ etwas nach. Evelyne Klotzmüller, im Dunkeln der Kammer, dachte schniefend an Lara Croft. Was würde sie in dieser Situation tun? Die Tür eintreten und Hammerschmidd niederballern? Klotze!
Frau Klotzmüller stand seit eineinhalb Stunden in der Kammer. Ihre Stimmung und ihr Befinden wechselte in der Geschwindigkeit, in der ein Chamäleon die Farben verändern konnte, von Wut über Angst, Apathie und Gleichgültigkeit bis letztendlich zu einfacher Übelkeit. In der Zeit hatte sie zwei Tafeln Krokant- und eine Knoblauch-Nuss-Schokolade sowie den pappigen Inhalt einer offenbar bereits vor Jahren geöffneten Tüte Chillichips verdrückt und alles mit der Cola aus einer 1,5-Liter-Flasche runtergespült.
Es roch nach Gewürzen und vergorener Milch, nach erdigen Kartoffeln oder Karotten, Zwiebeln und nach Waschpulver. Würde ich nie zusammen lagern!, dachte sie, als sie aufstoßen musste. Danach roch es anders.
Ihren fleischigen rechten Unterarm hatte sie in einem Regal abgelegt. Praktischerweise lagen dort auch Hammerschmidds Knabbervorräte. Viel mehr konnte sie kaum bewegen, es war so eng, eingeklemmt zwischen den Regalen und der Tür. Ihre Beine und ihr Rücken taten weh, es war kalt und sie war steif wie ein Mammut im Packeis. Noch nicht mal ihren Bademantel hatte sie anziehen können.
Dann fiel die Wohnungstür ins Schloss. Hammerschmidd war weg. Gut, endlich!
Sie griff zum Türknauf. Wo war der denn? Das Tageslicht hatte stark nachgelassen, weil der Himmel sich zugezogen hatte. Durch den Glasbaustein drang kaum mehr Licht, als durch die Türspalte einfiel. Sehr spärlich.
Ihre linke Hand suchte die Tür ab und an der Wand entlang. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt, doch sie fand keinen Griff. Oh!, dachte sie. Es dauerte eine Weile, bis sie begriff, dass sie eingesperrt war. Wie komm ich denn hier wieder raus? Es wurde Nacht um sie.
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Der Druck auf ihre Blase ließ etwas nach. Evelyne Klotzmüller, im Dunkeln der Kammer, dachte schniefend an Lara Croft. Was würde sie in dieser Situation tun? Die Tür eintreten und Hammerschmidd niederballern? Klotze!
Frau Klotzmüller stand seit eineinhalb Stunden in der Kammer. Ihre Stimmung und ihr Befinden wechselte in der Geschwindigkeit, in der ein Chamäleon die Farben verändern konnte, von Wut über Angst, Apathie und Gleichgültigkeit bis letztendlich zu einfacher Übelkeit. In der Zeit hatte sie zwei Tafeln Krokant- und eine Knoblauch-Nuss-Schokolade sowie den pappigen Inhalt einer offenbar bereits vor Jahren geöffneten Tüte Chillichips verdrückt und alles mit der Cola aus einer 1,5-Liter-Flasche runtergespült.
Es roch nach Gewürzen und vergorener Milch, nach erdigen Kartoffeln oder Karotten, Zwiebeln und nach Waschpulver. Würde ich nie zusammen lagern!, dachte sie, als sie aufstoßen musste. Danach roch es anders.
Ihren fleischigen rechten Unterarm hatte sie in einem Regal abgelegt. Praktischerweise lagen dort auch Hammerschmidds Knabbervorräte. Viel mehr konnte sie kaum bewegen, es war so eng, eingeklemmt zwischen den Regalen und der Tür. Ihre Beine und ihr Rücken taten weh, es war kalt und sie war steif wie ein Mammut im Packeis. Noch nicht mal ihren Bademantel hatte sie anziehen können.
Dann fiel die Wohnungstür ins Schloss. Hammerschmidd war weg. Gut, endlich!
Sie griff zum Türknauf. Wo war der denn? Das Tageslicht hatte stark nachgelassen, weil der Himmel sich zugezogen hatte. Durch den Glasbaustein drang kaum mehr Licht, als durch die Türspalte einfiel. Sehr spärlich.
Ihre linke Hand suchte die Tür ab und an der Wand entlang. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt, doch sie fand keinen Griff. Oh!, dachte sie. Es dauerte eine Weile, bis sie begriff, dass sie eingesperrt war. Wie komm ich denn hier wieder raus? Es wurde Nacht um sie.
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halfmanhalfcookie - 28. September, 17:39
