Hammerschmidd 13 – Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Hammerschmidd nahm die Schale mit dem kalten Kaffe und schüttete den Inhalt in den Ausguss. Er spülte kurz und ließ Wasser in den Wasserkocher laufen und schaltete das Gerät an. Ich komm sowieso zu spät, dann ist das nun auch egal., brummelte er vor sich hin.
Er nahm die Espressomaschine, reinigte sie vom Kaffeeprütt und füllte sie mit dem Fairtrade Kaffee, den er stets im Bioladen kaufte.
Dann ging er zur Speisekammer und öffnete die schmale Tür. Ihm kam ein übler Geruch entgegen. Er griff blind hinein, um eine neue Packung Milch zu entnehmen. Er hatte schon die Hand an der Milchtüte, als es an der Wohnungstür klingelte. Schon wieder!, grunzte er, …wenn das wieder die Klotze ist, dann flipp’ ich aus! Im Vorbeigehen stellte er die Milch auf den Küchentisch und ging zur Tür. Er lugte durch den Spion, sah aber nur den Postboten. Puh!, dachte er, bereits vollgepumpt mit Adrenalin, ..fast hätt’s hier Tote gegeben.
„Moin!“, grüßte der Postbote, „ich hab hier ein Päckchen, dass ich nicht in den Briefschlitz bekomme, haha, ich hab’s versucht, gedreht, gestopft, haha! Aber ist ja kein Zigarette, was? Normalerweise würde ich das ja bei ihrer Nachbarin abgeben, aber heute sind Sie ja mal selber da, und die Nachbarin scheint auch nicht da zu sein…! Die Tage war die auch so freundlich und hat was angenommen, obwohl der Tag heute nicht so freundlich ist, es regnet! Das ist nicht so schön, oder? Letzte Woche war noch so gutes Wetter, und nun? Da macht das Arbeiten nicht sonderlich Spaß, und dann die ganzen Treppen…“, schwallerte er weiter. „Jaja, moin, geben Se mal her!", antwortete Hammerschmidd erleichtert, und dachte lächelnd: Wenn Du wüsstest, wie nah Du dem Tode entronnen bist, Postbote. Er quittierte auf dem elektronischen Gerät den Empfang und nahm das Paket entgegen. Der Postbote drückte ihm noch ein paar Briefe in die Hand und verabschiedete sich. Als er schon auf dem nächsten Treppenabsatz war, rief Hammerschmidd ihm nach: "Was für’n anderes Paket?" [!!!] "Na, hab ich doch bei der Frau Klotzmüller abgegeben, hat Sie Ihnen das nicht gegeben?" "Nein! Hat Se nicht!"
Hammerschmidd ging zurück in die Wohnung, er kochte vor Wut. Er wusste zwar nicht, was das für ein Paket war, aber er bekam regelmäßig Päckchen und Pakete, die er vorwiegend auf dem Postamt abholen musste, weil er zu der Anlieferungszeit gewöhnlich nie zu Hause war. Und heute war der Bote auch außerordentlich früh da gewesen. Außerdem liebten es die Paketboten auch, gar nicht erst zu läuten, sondern gleich eine roten Zettel in den Briefkasten zu werfen, allein, weil sie zu faul waren, die oberen Stockwerke zu erklimmen. Vermisste er etwas? Was war denn noch nicht da? Was erwartete er denn? Er legte die Briefe und das Paket auf den Tisch. Die Espressomaschine pockerte wild auf dem Gasherd. Er setzte sie auf einem Holzbrettchen ab, stellte einen Topf auf die Gasflamme und goss Milch hinein.
Dann schnitt mit einem Obstmesser das Paketband durch, entfernte das braune Papier und die Klebestreifen. Und weil er so heftig am Karton riss, flogen die Styroporteilchen über den Tisch und auf den Boden. Er wühlte nach dem kleinen Ding, und als er es gefunden hatte, betrachtete er es eine Weile. Ha!, lachte er still in sich hinein, da ist es ja endlich! [Was’n?]
Er ließ den leeren Karton auf den Tisch fallen und sprang mit zwei großen Schritten zum Herd. „Mist! Scheiße! Die Milch hab ich vergessen!", rief er laut aus, „Heute geht auch alles schief!“ dabei hatte der Tag noch nicht richtig begonnen, ohne Kaffee. Die Milch war bereits übergekocht und hatte die Gasflamme erstickt. Er drehte das Gas ab und rümpfte die Nase, verbrannte Milch. Das Styropor knirschte bei jeder Bewegung unter seinen Schuhen. Unterdes er das dumpfe Plumpsen nicht vernahm, was aus dem Wandschrank kam.
Was für ein Paket bei Frau Klotzmüller noch auf ihn wartete, hatte er bis dato ebenfalls vergessen. Er reinigte den Herd mit einem nassen Lappen, goss in die Schale den Espresso und füllte den Rest mit Milch auf. Dann setzte er sich an den Tisch und öffnete die restliche Post. [!!!]
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Er nahm die Espressomaschine, reinigte sie vom Kaffeeprütt und füllte sie mit dem Fairtrade Kaffee, den er stets im Bioladen kaufte.
Dann ging er zur Speisekammer und öffnete die schmale Tür. Ihm kam ein übler Geruch entgegen. Er griff blind hinein, um eine neue Packung Milch zu entnehmen. Er hatte schon die Hand an der Milchtüte, als es an der Wohnungstür klingelte. Schon wieder!, grunzte er, …wenn das wieder die Klotze ist, dann flipp’ ich aus! Im Vorbeigehen stellte er die Milch auf den Küchentisch und ging zur Tür. Er lugte durch den Spion, sah aber nur den Postboten. Puh!, dachte er, bereits vollgepumpt mit Adrenalin, ..fast hätt’s hier Tote gegeben.
„Moin!“, grüßte der Postbote, „ich hab hier ein Päckchen, dass ich nicht in den Briefschlitz bekomme, haha, ich hab’s versucht, gedreht, gestopft, haha! Aber ist ja kein Zigarette, was? Normalerweise würde ich das ja bei ihrer Nachbarin abgeben, aber heute sind Sie ja mal selber da, und die Nachbarin scheint auch nicht da zu sein…! Die Tage war die auch so freundlich und hat was angenommen, obwohl der Tag heute nicht so freundlich ist, es regnet! Das ist nicht so schön, oder? Letzte Woche war noch so gutes Wetter, und nun? Da macht das Arbeiten nicht sonderlich Spaß, und dann die ganzen Treppen…“, schwallerte er weiter. „Jaja, moin, geben Se mal her!", antwortete Hammerschmidd erleichtert, und dachte lächelnd: Wenn Du wüsstest, wie nah Du dem Tode entronnen bist, Postbote. Er quittierte auf dem elektronischen Gerät den Empfang und nahm das Paket entgegen. Der Postbote drückte ihm noch ein paar Briefe in die Hand und verabschiedete sich. Als er schon auf dem nächsten Treppenabsatz war, rief Hammerschmidd ihm nach: "Was für’n anderes Paket?" [!!!] "Na, hab ich doch bei der Frau Klotzmüller abgegeben, hat Sie Ihnen das nicht gegeben?" "Nein! Hat Se nicht!"
Hammerschmidd ging zurück in die Wohnung, er kochte vor Wut. Er wusste zwar nicht, was das für ein Paket war, aber er bekam regelmäßig Päckchen und Pakete, die er vorwiegend auf dem Postamt abholen musste, weil er zu der Anlieferungszeit gewöhnlich nie zu Hause war. Und heute war der Bote auch außerordentlich früh da gewesen. Außerdem liebten es die Paketboten auch, gar nicht erst zu läuten, sondern gleich eine roten Zettel in den Briefkasten zu werfen, allein, weil sie zu faul waren, die oberen Stockwerke zu erklimmen. Vermisste er etwas? Was war denn noch nicht da? Was erwartete er denn? Er legte die Briefe und das Paket auf den Tisch. Die Espressomaschine pockerte wild auf dem Gasherd. Er setzte sie auf einem Holzbrettchen ab, stellte einen Topf auf die Gasflamme und goss Milch hinein.
Dann schnitt mit einem Obstmesser das Paketband durch, entfernte das braune Papier und die Klebestreifen. Und weil er so heftig am Karton riss, flogen die Styroporteilchen über den Tisch und auf den Boden. Er wühlte nach dem kleinen Ding, und als er es gefunden hatte, betrachtete er es eine Weile. Ha!, lachte er still in sich hinein, da ist es ja endlich! [Was’n?]
Er ließ den leeren Karton auf den Tisch fallen und sprang mit zwei großen Schritten zum Herd. „Mist! Scheiße! Die Milch hab ich vergessen!", rief er laut aus, „Heute geht auch alles schief!“ dabei hatte der Tag noch nicht richtig begonnen, ohne Kaffee. Die Milch war bereits übergekocht und hatte die Gasflamme erstickt. Er drehte das Gas ab und rümpfte die Nase, verbrannte Milch. Das Styropor knirschte bei jeder Bewegung unter seinen Schuhen. Unterdes er das dumpfe Plumpsen nicht vernahm, was aus dem Wandschrank kam.
Was für ein Paket bei Frau Klotzmüller noch auf ihn wartete, hatte er bis dato ebenfalls vergessen. Er reinigte den Herd mit einem nassen Lappen, goss in die Schale den Espresso und füllte den Rest mit Milch auf. Dann setzte er sich an den Tisch und öffnete die restliche Post. [!!!]
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halfmanhalfcookie - 28. September, 17:35
