Hammerschmidd -Akt VI. -Träumbar
...und sie saßen in einer gemütlichen Bar an einem runden Tisch. Am Nachbartisch saß eine Gruppe Umlaute, die sich daüber ereiferten, dass es zu lange gedauert habe, bis man endlich Umlaute auch in Internet-Domains akzeptierte, das sei Diskriminierung. Hammerschmidd überlegte, ob in seiner eigenen Internet-Domaine ein Umlaut vorkam... weltbauarbeiter.twoday.net, als er das Ö vom Traumanfang wiedererkannte. Er hob spontan die Hand und größte. Das Ö winkte freundlich lächelnd zurück und tuschelte mit den zwei kleineren, jüngeren ö-Umlauten. Dann wechselten sie das Thema und unterhielten sich über politische Typografie, was hauptsächlich in Allgemeinplätzen ausartete. Das war wohl so eine Art Stammtisch.
Ein dickes O saß still und ruhig nebendran am Tisch und trank gelbes Malzbier mit zweieckigem Strohhalm.
Warum sitzt das O dort ganz allein?, fragte Hammerschmidd Micky. Das war mal ein Ö, ...zu schnell gefahren, da hat man ihm seine Punkte weggenommen!, antwortete der, die sind jetzt in Flensburg in der Afreurasiameriatischen Zentrale für Verkehrsdelikte. Ausserdem ist es überheblich, wollte immer nur in ARIAL FETT geschrieben werden, anstatt in Times New Roman. Dann hat seine Frau, ein sehr attraktives Ü, es verlassen und die Kinder auch mitgenommen!
Kinder? Ja, Kinder, kleine äs -oder denkst du, Umlaute vermehren sich nicht?, raunte Micky, ..die sind schlimmer als Karnickel!
Ich benutze ganz gerne Umlaute, ich hab nichts gegen sie!, sagte Hammerschmidd etwas zu laut, und stellte sich korpulierende Umlaute vor, die sämtliche Stellungen des Kamasutra ausprobierten. Das dicke O sah böse herüber zu ihm.
Ihm war der Comiccocktail zu Kopf gestiegen, den Micky bestellt hatte, und der offensichtlich liquide Substanzen enthielt, die er in der Realwelt nicht vertrug.
Angelina nahm Hammerschmidd beiseite. Wundern Sie nicht ein bisschen, dass ich in Ihrem Traum bin, Herr Nachbar?
Nö, nicht wirklich, Frau Klotzmüller, ist ja nur ein Traum,.
Nich’ so förmlich, sagen Sie doch Angelina zu mir!, funkelte sie ihn an.
Sie hatte eigentlich ganz schöne Aug…, erwischte sich Hammerschmidd, Naja, vielleicht wunder ich mich doch ein wenig…
Tja,…, antwortete sie pikiert, Sie wollten mich ja nicht. Nachdem Sie mich so unsanft aus dem Badezimmer geworfen hatten, klingelte es plötzlich an der Tür, und Brad stand da. Ich war ja etwas überrascht. Ich find Sie sind aber immer noch seeeehr attraktiv…, sagte Frau Klotzmüller, wobei sie ihn lasziv anblickte.
Badezimmer? Immer noch? Hammerschmidd kratzte sich an der Schläfe und nippte an einem grell-bunten Comiccocktail. Es blubberte in seinem Bauch.
Gegend 4:89 Uhr morgens pichelten sie immer noch. Als plötzlich die Tür aufging und ein Mann in zebrafarbenen Moonboots herein stiefelte. Der Mann trug einen schwarzen, langen, dicken Daunenmantel, der aussah wie ein aufgeschnittener Schlafsack. Er kam ohne Umschweife an ihren Tisch und streifte seine Kapuze nach hinten. Schnee fiel herab. Micky lachte irre, Hihihi! Ich hab’s ja gesagt, hihi! Hammerschmidd erkannte den Mann nicht gleich, es war etwas düster in der Spelunke, nur der graue Bart und die beschlagene silberne Brille -ein olles Kassengestell aus den 80ern- kamen ihm bekannt vor. Soll das G o t t sein? Könnte e s denn Gott sein?
Er wird gerne mit Barry White verglichen…, dozierte Brad Pitt, der seine Gedanken erriet, und das nicht nur wegen der Namensähnlichkeit! Also hast Du schon Recht, er ist schon eine Art Gott, er ist der Gott des Internationalen Deutschen Souls. Falls Du’s nicht wusstest, und Du scheinst so einiges nicht zu wissen, Gott an sich, also der so alles gemacht hat, der ist eine Frau und Schwarz!
Es ertönte ein äußerst mies programmierter Synthesizer. Dazu erklang eine schmeichelweiche Stimme: "Wenn es dich noch gibt…!“ Micky Maus und Brad Pitt hakten sich unter und schunkelten mit Angelina Klotzmüller. "Albany, römpömpöm -Ohohohoho…du hast zu mir gesagt…!" Alle tanzten Disco-Fox bis zur Ekstase und sangen Refrains falsch mit. Ihnen kamen bunte Blubberblasen aus dem Mund, die sie mit zahnstochern zum Zerplatzen brachten. Roger Whitaker jaulte sich mit der ständigen Wiederholung eines Potpourris seiner drei besten Lieder bis zu Hammerschmidds Aufwachen den Arsch ab. Denn eines funktioniert in Träumen schon allein aus technischen Gründen nie: das Playback.
Badezimmer?, dachte Hammerschmidd, nach Hause wankend, aufwachend, ins Badezimmer gehend....
zurück:
Hammerschmidd schläft ein
Akt I. -was Schönes
Akt II. -schlafen...
Akt III. -Traumzeit
Akt IV. -Überraschungsgast
Akt V. -Kiwi
Akt VI. -träumbar
>>>Fortsetzung
>>>zurück zur Inhaltsangabe
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Ein dickes O saß still und ruhig nebendran am Tisch und trank gelbes Malzbier mit zweieckigem Strohhalm.
Warum sitzt das O dort ganz allein?, fragte Hammerschmidd Micky. Das war mal ein Ö, ...zu schnell gefahren, da hat man ihm seine Punkte weggenommen!, antwortete der, die sind jetzt in Flensburg in der Afreurasiameriatischen Zentrale für Verkehrsdelikte. Ausserdem ist es überheblich, wollte immer nur in ARIAL FETT geschrieben werden, anstatt in Times New Roman. Dann hat seine Frau, ein sehr attraktives Ü, es verlassen und die Kinder auch mitgenommen!
Kinder? Ja, Kinder, kleine äs -oder denkst du, Umlaute vermehren sich nicht?, raunte Micky, ..die sind schlimmer als Karnickel!
Ich benutze ganz gerne Umlaute, ich hab nichts gegen sie!, sagte Hammerschmidd etwas zu laut, und stellte sich korpulierende Umlaute vor, die sämtliche Stellungen des Kamasutra ausprobierten. Das dicke O sah böse herüber zu ihm.
Ihm war der Comiccocktail zu Kopf gestiegen, den Micky bestellt hatte, und der offensichtlich liquide Substanzen enthielt, die er in der Realwelt nicht vertrug.
Angelina nahm Hammerschmidd beiseite. Wundern Sie nicht ein bisschen, dass ich in Ihrem Traum bin, Herr Nachbar?
Nö, nicht wirklich, Frau Klotzmüller, ist ja nur ein Traum,.
Nich’ so förmlich, sagen Sie doch Angelina zu mir!, funkelte sie ihn an.
Sie hatte eigentlich ganz schöne Aug…, erwischte sich Hammerschmidd, Naja, vielleicht wunder ich mich doch ein wenig…
Tja,…, antwortete sie pikiert, Sie wollten mich ja nicht. Nachdem Sie mich so unsanft aus dem Badezimmer geworfen hatten, klingelte es plötzlich an der Tür, und Brad stand da. Ich war ja etwas überrascht. Ich find Sie sind aber immer noch seeeehr attraktiv…, sagte Frau Klotzmüller, wobei sie ihn lasziv anblickte.
Badezimmer? Immer noch? Hammerschmidd kratzte sich an der Schläfe und nippte an einem grell-bunten Comiccocktail. Es blubberte in seinem Bauch.
Gegend 4:89 Uhr morgens pichelten sie immer noch. Als plötzlich die Tür aufging und ein Mann in zebrafarbenen Moonboots herein stiefelte. Der Mann trug einen schwarzen, langen, dicken Daunenmantel, der aussah wie ein aufgeschnittener Schlafsack. Er kam ohne Umschweife an ihren Tisch und streifte seine Kapuze nach hinten. Schnee fiel herab. Micky lachte irre, Hihihi! Ich hab’s ja gesagt, hihi! Hammerschmidd erkannte den Mann nicht gleich, es war etwas düster in der Spelunke, nur der graue Bart und die beschlagene silberne Brille -ein olles Kassengestell aus den 80ern- kamen ihm bekannt vor. Soll das G o t t sein? Könnte e s denn Gott sein?
Er wird gerne mit Barry White verglichen…, dozierte Brad Pitt, der seine Gedanken erriet, und das nicht nur wegen der Namensähnlichkeit! Also hast Du schon Recht, er ist schon eine Art Gott, er ist der Gott des Internationalen Deutschen Souls. Falls Du’s nicht wusstest, und Du scheinst so einiges nicht zu wissen, Gott an sich, also der so alles gemacht hat, der ist eine Frau und Schwarz!
Es ertönte ein äußerst mies programmierter Synthesizer. Dazu erklang eine schmeichelweiche Stimme: "Wenn es dich noch gibt…!“ Micky Maus und Brad Pitt hakten sich unter und schunkelten mit Angelina Klotzmüller. "Albany, römpömpöm -Ohohohoho…du hast zu mir gesagt…!" Alle tanzten Disco-Fox bis zur Ekstase und sangen Refrains falsch mit. Ihnen kamen bunte Blubberblasen aus dem Mund, die sie mit zahnstochern zum Zerplatzen brachten. Roger Whitaker jaulte sich mit der ständigen Wiederholung eines Potpourris seiner drei besten Lieder bis zu Hammerschmidds Aufwachen den Arsch ab. Denn eines funktioniert in Träumen schon allein aus technischen Gründen nie: das Playback.
Badezimmer?, dachte Hammerschmidd, nach Hause wankend, aufwachend, ins Badezimmer gehend....
zurück:
Hammerschmidd schläft ein
Akt I. -was Schönes
Akt II. -schlafen...
Akt III. -Traumzeit
Akt IV. -Überraschungsgast
Akt V. -Kiwi
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halfmanhalfcookie - 24. September, 15:13
